Strom-Cloud für PV-Überschuss: Wie sie funktioniert und ob es sich lohnt
PV-Überschüsse aus der eigenen Solaranlage im Sommer ins Netz einspeisen und im Winter wieder nutzen: Eine Strom-Cloud macht das möglich. Für welche Haushalte sie sinnvoll ist.
Via Strom-Cloud lassen sich PV-Überschüsse virtuell bei Energieunternehmen speichern
Tarife für Solar-Clouds sind oft komplex, und wer den Service nutzt, zahlt Gebühren
In den meisten Fällen ist ein physischer Batteriespeicher günstiger als eine Strom-Cloud
Wie funktioniert eine Strom-Cloud?
Eine Strom-Cloud ist ein virtuelles Freistromkonto für Besitzer von Photovoltaik-Anlagen: Überschüssiger Solarstrom, der im Haushalt nicht verbraucht wird, fließt ins öffentliche Stromnetz und wird von einem Energieunternehmen "zwischengespeichert". Statt dass der nicht benötigte PV-Strom gegen Einspeisevergütung ins Netz abgegeben wird, wird die eingespeiste Strommenge als Guthaben beim Strom-Cloud-Anbieter erfasst.
Reicht die eigene Solarstromproduktion später nicht aus – etwa abends oder in den Wintermonaten –, kann der Haushalt dieses Guthaben nutzen und dafür Netzstrom beziehen. Der PV-Überschuss wird dabei nicht tatsächlich gespeichert, sondern die Strommengen werden digital verwaltet und gegeneinander verrechnet. Für diesen Service verlangen die Strom-Cloud-Anbieter eine monatliche Gebühr von 20 bis 65 Euro im Monat.
Wer mehr Netzstrom verbraucht, als er vorher von seiner PV-Anlage an Solarstrom eingespeist hat, muss im Rahmen des Cloud-Vertrags für den zusätzlichen Strombezug einen festgelegten Betrag pro Kilowattstunde nachzahlen. Wie viel das ist, hängt von den Konditionen des Stromanbieters ab. Restguthaben am Jahresende schreiben einige Stromanbieter ihren Kunden gut, andere lassen es verfallen.
Solarcloud gleich Strom-Cloud?
Die Begriffe "Strom-Cloud" und "Solarcloud" werden oft synonym benutzt. Streng genommen bezeichnen sie aber nicht das Gleiche. Bei einer Strom-Cloud bekommt man Netzstrom zurück. Das kann Solarstrom, Ökostrom oder der ganz normale Strommix sein. Das unterscheidet sich je nach Anbieter. Bei einer Solarcloud bekommen PV-Anlagen-Besitzer nur Solarstrom zurück.
Strom-Cloud für bestehende PV-Anlage nutzen
Strom-Clouds können Sie auch bei schon installierten PV-Anlagen nutzen. Photovoltaik-Besitzer müssen dafür den Stromanbieter wechseln.
Viele Cloud-Anbieter setzen einen bestimmten physischen Batteriespeicher oder den Wechselrichter ihrer eigenen Marke voraus. Informieren Sie sich, ob Sie Ihre bestehende Hardware weiter nutzen können, oder suchen Sie sich einen unabhängigen Anbieter ohne Herstellerbindung. Außerdem ist ein intelligenter Stromzähler (Smart Meter) nötig.


Wärmepumpe-Förderung 2026: Zuschüsse, Kredite und Steuerbonus
Wer eine Wärmepumpe zu Hause einbauen lässt, kann bisher über die KfW bis zu 70 Prozent staatliche Förderung für die Anschaffung erhalten. Ab 21. Juli 2026 gelten neue Konditionen.
Der Staat bezuschusst den Kauf und Einbau von Wärmepumpen auch 2026 weiterhin
Neuer Bundeshaushalt sieht weniger Zuschüsse bei Wärmepumpen-Förderung vor
Ergänzend zum Zuschuss bieten KfW und BAFA zinsvergünstigte Kredite an
Wie lange gibt es noch Förderung für Wärmepumpen?
Die KfW-Förderung für klimafreundliche Heizungen bleibt zwar bestehen, soll aber wegen Einsparungen im neuen Bundeshaushalt bis zum Jahr 2030 schrittweise gekürzt und sozialer gestaffelt werden. Das betrifft auch die Zuschüsse für Wärmepumpen. Während sich die Förderkonditionen für Geringverdiener und manche Familien mit eigenem Haus verbessern, erhalten Haushalte mit zu versteuernden Jahreseinkommen ab 50.000 Euro künftig Tausende Euro weniger.
Statt des bisherigen Effizienzbonus für Wärmepumpen von 5 Prozent soll es ab dem ersten Quartal 2027 zusätzlich zur 30-prozentigen Grundförderung einen neuen Wertschöpfungsbonus von 15 Prozent für Geräte aus EU-Produktion geben. Für Wärmepumpen von außerhalb der EU soll die Grundförderung dann dauerhaft auf 15 Prozent sinken.
Neu ist zudem ein Familienzuschlag bei der Heizungsförderung: Bei Haushalten mit mindestens einem minderjährigen Kind soll sich das berücksichtigte Jahreseinkommen damit rechnerisch um 10.000 Euro reduzieren. Durch die Kombination der verschiedenen Boni ist künftig ein Höchstfördersatz bis zu 80 Prozent statt bisher 70 Prozent möglich.
Wegen der Umstellungen bei der Heizungsförderung sind bis zum 20. Juli 2026 keine neuen Anträge möglich. Die KfW startet die Förderung zu neuen Konditionen am 21. Juli 2026 wieder.
So viel Förderung gibt es für Wärmepumpen aktuell
Aktuell fördert die staatliche KfW-Bank bei der Anschaffung und Installation von Wärmepumpen in Privathaushalten bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten – ob für Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften.
Das Geld gibt es im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) nur bei einem Heizungstausch in bestehenden Wohngebäuden, die Eigentümerinnen und Eigentümer selbst bewohnen. Die Heizungsförderung setzt sich zusammen aus einer einheitlichen Basisförderung und möglichen Bonusförderungen, die sich unter gewissen Voraussetzungen kombinieren lassen.
Grundförderung (30 Prozent)
Steht allen Eigentümern eines Hauses offen, in dem sie selbst wohnen. Gefördert werden der Kauf und der Einbau aller Wärmepumpentypen sowie die Fachplanung und Baubegleitung – unabhängig vom Einkommen.
Geschwindigkeitsbonus (20 Prozent)
Wird gewährt, wenn funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizungen oder mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizungen ersetzt werden. Ab 2029 sinkt dieser Bonus alle zwei Jahre um 3 Prozent.
Einkommensbonus (30 Prozent)
Diesen erhalten Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von maximal 40.000 Euro. Maßgeblich ist der Einkommensteuerbescheid des vorletzten Kalenderjahres.
Effizienzbonus (5 Prozent)
Für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln wie Propan oder CO₂ oder mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) über 4,5 gibt es einen höheren Zuschuss.
Beispielrechnung
Ein Hausbesitzer ersetzt seine 25 Jahre alte, noch funktionierende Ölheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die Kosten für Gerät, Installation, neue Heizkörper und Bohrung für Erdsonden: 40.000 Euro.
Mit Grundförderung (30 Prozent) und Geschwindigkeitsbonus (20 Prozent) gibt es 15.000 Euro Zuschuss von der KfW. Wenn das Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro liegt, steigt die Förderung auf 70 Prozent bzw. um 9000 Euro. Insgesamt ist der Zuschuss allerdings auf 21.000 Euro gedeckelt.
KfW-Förderung für neue Heizung: So viel Geld gibt es für Wärmepumpe & Co.
Voraussetzung für KfW-Förderung der Wärmepumpe
Effizienz: Das Gesamtsystem muss eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 aufweisen.
Lautstärke: Seit 1. Januar 2026 werden Luft-Wasser-Wärmepumpen nur noch dann gefördert, wenn die Geräuschemissionen des Außengeräts mindestens 10 Dezibel (dB) unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegen. Bislang reichte ein Abstand von 5 dB. Je nach Leistung des Geräts gelten neue Maximalwerte zwischen 55 und 78 dB. Die strengeren Anforderungen gelten jedoch nur für Bestandsgebäude, nicht für Neubauten.
Klimaschutz: Die Heizungsanlage muss auf erneuerbare Energiequellen setzen. Reine Gas- oder Hybridwärmepumpen mit fossiler Unterstützung werden nicht mehr gefördert.